Kanne der Familie Dortort
Object number2026/002
TitleKanne der Familie Dortort
Creator Johann Heinrich Hohenner (Hersteller)
DescriptionBauchige Kanne mit Hals und separatem Deckel, beides aus Zinn. Am Fuß befinden sich umlaufend florale Verzierungen, unterhalb des Halses umlaufend Verzierung mit Rosen und auf dem Deckel umlaufend florale Verzierungen. Der Knauf des Deckels ist in Form einer Eichel gestaltet. Der bogenförmige Henkel ist mit einem separaten Band aus Metall umwickelt. DieTülle ist leicht s-förmig und als Kopf eines Vogels gestaltet. Unterhalb der Tülle befindet sich die Inschrift "A.C.M.". Innerhalb der Kanne am Boden befindet sich eine Punze, die etwas beschädigt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um die Marke von Johann Heinrich Hohenner, Zinngießer in Wunsiedel.
Wahrscheinlich stammt die Kanne aus dem Besitz der Familie Dortort aus Bottrop.
Wahrscheinlich stammt die Kanne aus dem Besitz der Familie Dortort aus Bottrop.
Production placeWunsiedel
Production date 1835 - 1884
Production period2. Hälfte 19. Jahrhundert
Object nameKanne
Object categoryAlltagsgegenstände
MaterialZinn
Dimensions
Höhe: 19.9 cm
Breite: 14.8 cm
Tiefe: 9.8 cm
Breite: 14.8 cm
Tiefe: 9.8 cm
Acquisition methodSchenkung
NotesDie Familie Dortort hatte in Bottrop in der Kirchhellener Str. 46 gelebt. Klara und Julius Dortort kamen aus Żydaczów in Galizien und ließen sich 1919 in Bottrop nieder, wo sie drei Kinder bekamen: Martha, Emil und Joseph. Klara Dortort verstarb im Mai 1938. Für Julius Dortort und seine Kinder war das Novemberpogrom 1938 der Anlass sich um eine Flucht aus Deutschland zu bemühen. Es gelang aber nur Emil und Joseph nach Belgien zu einer Tante, später in ein Kinderheim zu bringen. Julius und Martha Dortort wurden 1942 deportiert und ermordet. Emil und Joseph Dortort wurden nach dem deutschen Überfall auf Belgien mit einem Kindertransport nach Frankreich gebracht. Von hier aus wurde Emil Dortort 1943 deportiert und ermordet. Joseph Dortort schloss sich dem französischen Widerstand an und überlebte als einziger der Familie die Schoa.
Im Januar 1989 wurde das Haus der Familie Dortort in der Kirchhellener Str. 46 verkauft, der angesammelte Hausrat sollte versteigert werden. Bei der vorbereitenden Sichtung wurde auf dem Dachboden ein Weidenkorb, gefüllt mit ca. 150 Büchern und Zeitschriften (zum Teil von der Familie Dortort), gefunden. Der "Bottroper Bücherkorb" befindet sich mittlerweile in der Dauerausstellung des Jüdischen Museums Westfalen: https://www.jewish-libraries.com/post/vom-dachboden-ins-museum-der-bottroper-b%C3%BCcherkorb